Marokko 2017 – Tag 18

Marokko

Tag 18 – 21.05.2017

Marrakesch

0km

Heute wollen wir uns Marrakech anschauen. Ich bin schon sehr gespannt auf meine erste arabischen Millionenstadt.

Wir fahren mit dem öffentlichen Bus in die Medina. Das klappt mittlerweile auch schon ganz routiniert 🙂

Die erste Station in dieser Stadt in der Medina (der Altstadt) ist sicher der Djemaa el Fna – der Platz der Gehängten. Das soll der schönste und lebendigste Platz in Marokko sein.
Wir sind dort morgens und da ist noch nicht wirklich was los. Ein paar Gaukler, ein paar Schlangenbeschwörer und sonst nicht viel. Aber der orientalische Flair ist schon deutlich zu merken.
Da die Souks sich direkt anschliessen, lassen wir uns gleich in das orientalische Shoppingparadies hineintreiben. Hier kriegt man wirklich alles. Kleidung, Essen, Metallhandwerk, Holzsachen bis hin zu lebenden Tieren und Zahnprothesen (natürlich gebrauchte 🙂

Wir merken schnell, daß das alles sehr touristisch ist und auch die Preise zum Teil nicht so günstig sind wie auf dem Land. Allerdings kann man immer ein, zwei Strassen „falsch“ abbiegen und schon ist man dort, wo nur noch die Einheimischen einkaufen. Wir verlaufen uns auch gleich in dem Gewirr von Gassen und Gässchen, aber die Einheimischen sind sehr hilfsbereit, wenn es darum geht wieder zurück zu finden 🙂

Es ist spannend, wenn man Photos von Marrakech von vor 100 Jahren sieht, hat sich eigentlich nicht viel verändert – nur die selbstmöderisch durch die Gässchen rasenden Motorräder gab es damals wohl nicht 🙂

Mittags gehen wir in ein Restaurant in einer Seitenstrasse, daß wohl eigentlich nur von Einheimischen frequentiert wird. Dementsprechend ist die Speisekarte: halbes Kilo Lamm oder ganzes Kilo Lamm 🙂

Egal es schmeckt sehr lecker, wenn auch ein bisschen fett mit viel Öl. Wir fahren dann mit dem Bus zurück zum Campingplatz, um die Mittagshitze dort am Pool zu ertragen. Wobei heute war ein Temperatursturz in Marrakech. Gestern 42 Grad, heute nur noch 33 Grad 🙂

Am Campingplatz angekommen, sehen wir, daß ein paar Deutsche, die wir in Zagora kennengelernt haben, zwei Plätze neben uns stehen. Wir tratschen gleich ein wenig über die letzten Tagen und verabreden uns für abends, um zusammen in die Stadt zu fahren.

Abends wollen wir wieder mit dem Bus in die Stadt, aber irgendwie fährt kein Bus, also nehmen wir uns ein Taxi zusammen. Das ist auch etwas praktisches, man lässt sich reinfahren und nennt dem Taxifahrer eine Uhrzeit oder kriegt eine Visitenkarte mit Handynummer und trifft sich später wieder und er fährt einen heim. 

Wie hat sich der Platz Djemaa el Fna jetzt verändert? Es laufen Hunderte, wenn nicht Tausende Leute herum, es ist eine unglaubliche Geräuschkulisse und eine Unzahl an unbekannten Gerüchen, die auf einen einschlagen. So habe ich mir Marokko überall vorgestellt 🙂 Überhaupt muss ich sagen, daß dieser Platz am Abend wohl das tollste der ganzen Reise war.

Wir schlendern ein bisschen über den Platz, hören den Geschichtenerzählern zu (eine Erfindung aus den letzten Jahrhunderten, sie erzählen Geschichten aus Marokko und überhaupt der arabischen Welt mit einer Inbrunst, bei der Du selber ganz gefesselt bis, obwohl ich die Sprache gar nicht verstehe :-), laufen an den Garküchen vorbei und gehen noch ein wenig in die Souks. 

Hier hat sich der Anblick auch verändert. Manche der Hauptgassen sind noch hell erleuchtet und der Rubel rollt, andere Gassen sind schon total dunkel. Wir lassen uns mal wieder aus dem touristischen Bereich heraus treiben, bis es immer dunkel und verlassener wird. Wir werden von verschiedenen Marokkanern angesprochen, daß wir wieder zurückgehen sollen, das wäre besser für uns. Hm, keine Ahnung, warum uns das gesagt wird, wir fühlen uns nicht gefährdet, aber da uns so langsam eh der Hunger plagt, gehen wir zurück. 

Auf dem Hauptplatz gehen wir in eine der unzähligen Garküchen – das ist ein Erlebnis! Lautstark wird um die Kundschaft gebuhlt, man fühlt sich wie bei den Marktschreiern von Hamburg. Das Essen ist sehr lecker, allerdings sind die Portionen auch miniklein. Auch hier ist die Rezension angekommen.

Wir gehen danach auf die Aussichtsterrasse des Café de France, wo man tolle Bilder von oben auf den Platz machen kann, geniessen dann ein paar kalte Getränke und gehen dann zu unserem Treffpunkt, wo wir uns mit unseren deutschen Nachbarn verabredet haben, um wieder heimzufahren.

Dort versuchen wir unseren Taxifahrer wieder zu erreichen, aber leider funktioniert die Handynummer auf der Visitenkarte nicht. So müssen wir erst durch ein paar zähe Verhandlungen, um zu unserem Preis ein Taxi zu bekommen, dass uns heimfährt 🙂

Dort angekommen, tratschen wir noch eine Weile um alle Eindrücke zu verarbeiten und fallen dann todmüde ins Bett. 

 

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21. Mai 2017 von iljaosthoff
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