Marokko 2017 – Tag 11

Marokko

Tag 11 – 14.05.2017

Erg Chebbi – Alnif

120km

Heute stehen wir weit vor dem Morgengrauen auf, damit wir den Sonnenaufgang über den Dünen anschauen und photographieren wollen.
Gesagt, getan, Wecker auf 5 gestellt und raus aus den Federn. Wir stellen das Stativ auf und schauen dem ersten Licht entgegen, da sehen wir in den Dünen überall Dromedare mit Touristen auf dem Rücken, sicher 200 Tiere und Leute. Hm, da kann man nur Bilder mit dem Weitwinkel machen und später auf seine Photoshop Künste bauen. Während wir warten, merken wir wie der Wind immer stärker wird, bis er nach dem Sonnenaufgang mit dem Sand in der Luft unerträglich wird.

Eigentlich sollte heute unser Gammeltag werden, wo wir nicht weiter fahren, aber mit dem Wind, der mittlerweile unerbittlich aufs Auto prasselt, können wir nicht da bleiben.

Also, Pferde satteln und Richtung Merzouga fahren und schauen, ob es im Süden weniger stürmt. Nein, das tut es leider nicht, also fahren wir weiter, bis Risani, um unsere Vorräte aufzufüllen.

Risani ist eine relativ grosse Stadt hier in der Gegend, aber als wir hinein fahren, sieht es für uns wie ein Kriegsgebiet aus. Die Hauptstrasse besteht aus Erde mit Riesenschlaglöchern und tiefen Schächten, die manchmal mit Autoreifen gesichert sind, manchmal auch nicht. Die Häuser sind versandet und sehr ramponiert. Vom Anblick her ist das für mich die heruntergekommenste Stadt durch die wir bisher gefahren sind. Wir gehen ein bisschen einkaufen, finden alles was wir brauchen auf Anhieb. Die Leute sind allerdings sehr nett zu uns und versuchen uns ein bisschen arabisch beizubringen. Ganz anders als im Reiseführer beschrieben ist.

Nachdem wir uns durch den Verkehr durchgequält haben – der steht dem Verkehr in Meknes in keinster Weise nach, beschliessen wir, den nächsten grösseren Campingplatz auf unserer Route anzusteuern, um wenigstens den Nachmittag vergammeln zu können – ein schöner Plan, aber es kam anders :-)

Gegen frühem Mittag wollen wir dann doch noch eine Pause machen, weil wir alle von dem frühen Aufstehen müde sind. Wir fahren neben die Strasse unter einen schönen Baum und geniessen den Schatten und ruhen uns aus. Nach einer Stunde wollen wir weiter, fahren los und schwups, drehen die Reifen durch und wir stecken im Sand fest. Unter dem eigentlich festen Untergrund war bodenloser Sand, was wir beim Reinfahren nicht bemerkt haben.

Hm, ok, das haben wir ja alles schon mal erlebt. Schaufel raus, Fussmatten unter die Reifen, schwups, einen Meter zurück und wieder im Sand steckenbleiben. Dieses Spiel spielen wir drei, vier Mal und schlussendlich stecken wir fast bis zur Ölwanne im Sand fest. So, jetzt ist es uns klar, daß wir ohne fremde Hilfe nicht mehr weg kommen. Ist aber ja kein Problem, die Strasse ist nur 50 Meter entfernt und es fahren ständig irgendwelche Allrad Fahrzeuge vorbei. Ich nehme eine Flasche Wasser und gehe nach vorne, um jemanden zur Hilfe zu überreden. Als erstes kommt ein LKW vorbei, der kann uns nicht helfen, dann einer der Überlandbusse – das sind meistens alte, klapprige 310er Mercedes, der hilft auch nicht. Dann kommt ein 5er BMW, dann ein 3er Golf und dann niemand mehr. Hm, es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn das auf Anhieb geklappt hätte :-)

Nach einer Stunde kommt dann ein neuer moderner Allrad Geländewagen angefahren, der auf mein Winken auch hält. Es sitzen zwei Marokkaner drinnen, die uns auch gleich helfen wollen. 

Zu viert basteln wir dann noch eine halbe Stunde rum mit viel Graben, Abschleppen und Schwitzen, dann steht unser Bus wieder auf der Teerstrasse. Wir danken unseren Rettern in der Not und fahren dann weiter Richtung unseres Nachtzieles. 

Hier zeigt sich wieder, daß die Marokkaner sehr freundliche Leute sind, die einem gerne helfen, auch ohne was Verkaufen zu wollen oder irgendeine andere Gegenleistung.

In unseren Köpfen reift die Idee, daß wir vielleicht doch mal ein grosses Wohnmobil mit Allrad haben wollen :-)

Wir kommen dann gegen 18 Uhr an und stellen uns auf dem Platz, mal wieder als die einzigen Gäste. Soviel zum Thema, wir machen uns einen Gammeltag und ruhen uns mal aus :-)

Zur Belohnung gehe ich mit unserer Kleinen im Swimming Pool schwimmen und wir lassen den Abend bei einem leckeren Essen ausklingen.

 

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14. Mai 2017 von iljaosthoff
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